Erotik-Klassiker - Bücher, die das Sexleben verändern

Fällt das Schlagwort „Literaturklassiker“, verdrehen die meisten Menschen in Erinnerung an den früheren Deutschunterricht nur leidvoll die Augen. Dass die Welt des geschriebenen Wortes jedoch wesentlich mehr zu bieten hat als dröge historische Romane und Erzählungen, beweisen sinnlich-sexuelle Werke. Erotische Literatur ist mehr als nur „Fifty Shades of Grey“ und sehr viel älter als manch moderner Film samt heißer Sexszenen. Glauben Sie nicht? Die folgenden zehn Bücher werden Sie eines Besseren belehren ... und Ihnen zeigen, was Casual Dater aus der Lektüre mitnehmen können.

Erotische Klassiker der Literatur: Wirklich lesenswert!

(c) iascic - gettyimages.de

1. Das Delta der Venus

In diesem Prosaband, das die amerikanische Schriftstellerin Anaïs Nin im Jahr 1977 veröffentlichte, geht es um pure Sinnlichkeit. Insgesamt 15 erotische Geschichten behandeln die Themen Lust, Liebesspiel und Leidenschaft aus verschiedenen Blickwinkeln und machen das Buch zu einer echten Inspirationsquelle. Gerade die weibliche Sexualität verbunden mit Emotionen lernt der Leser hier kennen. Jede Kurzgeschichte enthält durchaus detailreiche Ausführungen und manche von ihnen sprengen auch den Rahmen der Sexualmoral. Lesenswert sind sie in jedem Fall.

2. Die Memoiren der Fanny Hill

Der britische Autor John Cleland sorgte mit seinem Briefroman schon im 18. Jahrhundert für jede Menge Aufsehen. Darin beschreibt die Hauptfigur Fanny Hill in Briefen an eine Freundin, wie frivol ihre Vergangenheit war. Als Waisenkind gelangte sie in ein Freudenhaus und erlebte dort Sexualität in allen denkbaren Spielarten. Spannend ist bei diesem Buch nicht nur die sehr schöne Beschreibung sexueller Handlungen, sondern auch die immer wieder hervorblitzende Betonung der Liebe. Wer Sex und Emotionen nicht immer trennen kann und will, wird mit „Fanny Hill“ sicher den ein oder anderen schönen Abend erleben.

3. Salz auf unserer Haut

Wie es ist, wenn sich zwei Menschen ihrer heimlichen Begierde hingeben, beschreibt die französische Schriftstellerin Benoîte Groult in diesem Roman aus 1988 sehr treffend. In „Salz auf unserer Haut“ gehen die gebildete George aus Paris und der einfache bretonische Fischer Gauvain eine sinnliche Affäre miteinander ein, die sich – mit zahlreichen Unterbrechungen – über mehrere Jahrzehnte hinweg erstreckt. Trotz „offizieller“ Beziehungen und der Standesunterschiede flammt die erotische Anziehungskraft zwischen den beiden immer wieder auf. Groult entführt den Leser in die Kunst der erotischen Abenteuer und lässt auch die treusten Seelen unter uns das Kribbeln der verbotenen Liebe spüren.

4. Lady Chatterleys Liebhaber

Verfasst von dem englischen Autoren David Herbert Lawrence, bereichert „Lady Chatterleys Liebhaber“ die Welt der Erotik-Klassiker schon seit 1928. Das Buch hat einen durchaus dramatischen Kern, denn nachdem der Ehemann von Lady Chatterley impotent und gelähmt aus dem Krieg zurückkehrt, erlaubt er ihr eine Affäre. Dass sich die Lady dann in den Waldhüter Oliver Mellors verliebt und mit ihm erstmals echte Leidenschaft entdeckt, macht den Roman zu einem Werk, das in Sachen Liebe und Sex zu Recht als spannungsgeladen bezeichnet werden darf. Die Sexszenen haben es ebenfalls in sich: Bis in die Sechzigerjahre hinein war es in England deswegen sogar verboten.

5. Lolita

Dass er mit seinem 1955 veröffentlichten Buch derart polarisieren würde, war dem russisch-amerikanischen Autor Vladimir Nabokov wahrscheinlich mehr als bewusst. Die sexuelle Beziehung eines gestandenen Mannes zu einer Zwölfjährigen touchiert immerhin einen Bereich, der in moralischer Hinsicht kaum grenzgängerischer sein könnte. Nach dem Tod der Mutter seiner frühreifen Geliebten, die zugleich seine Stieftochter ist, erlebt der Protagonist Humbert pure Verführung und das Spiel mit verbotenen Reizen. Wohin das schließlich führt, dürfte selbst erfahrene Leser überraschen. Trotz des skandalträchtigen Themas ein vielschichtiges Werk, das mit einem hohen künstlerischen Wert zu glänzen weiß.

Erotik-Thriller: So sexy kann Lesen sein ...

6. Der Reigen

Freunde des erotischen Rollenspiels und des Partnertauschs werden mit diesem Buch von Arthur Schnitzler sicher glücklich werden. Im Jahr 1895 veröffentlicht, spielt „Der Reigen“ mit dem Reiz wechselnder Sexpartner, denn hier bilden je fünf Frauen und Männer immer wieder neue Konstellationen. Vom Soldaten über den Hausherren bis hin zu Dirne und Schauspielerin werden zahlreiche Rollen bedient. Mit der Ehefrau kommt sogar zum Zuge, was heute gerne als MILF bezeichnet wird. Äußerst abwechslungsreich, spannend und voller Inspiration für das eigene Liebesleben macht „Der Reigen“ sexuelle Vorlieben und Praktiken zu einem echten Literatur-Thema.

7. Venus im Pelz

Die Unterwürfigkeit des Mannes ist Hauptthema in der 1870 veröffentlichten Novelle „Venus im Pelz“. Geschrieben von Leopold von Sacher-Masoch beschreibt das Buch die Beziehung zwischen Severin und Wanda: Sie ist die Herrin und er der Sklave. Besonders spannend sind nicht nur die Sexszenen, sondern auch die überraschende Wendung. So wird Severin im weiteren Verlauf selbst zum Herrscher und befreit sich in einer äußerst bildlichen Szene von seinem Masochismus. „Venus im Pelz“ diente im Laufe der Zeit auch dem Theater immer wieder als Vorlage für aufrüttelnde und spannende Inszenierungen.

8. Teleny

Nicht fehlen darf in Bezug auf erotische Literatur auch der Roman „Teleny“, dessen Autor bis heute unbekannt ist. Vermutungen, dass das Buch aus der Feder von Oscar Wilde stammt, konnten nie gänzlich belegt werden. „Teleny“ beschreibt die gleichgeschlechtliche Liebe zwischen einem Pianisten und einem Dandy und spart nicht an eindeutig beschriebenen Sexszenen. Einblicke in die schwule Szene des späten 19. Jahrhunderts machen das Werk spannend für alle, die Sex und Kultur auch aus historischer Sicht betrachten wollen. Für die homoerotische Literaturgattung gilt „Teleny“ als eines der ersten Werke überhaupt.

9. Das vollständige Kamasutra

Prädestiniert für einen Platz inmitten unserer zehn Erotik-Klassiker ist zweifellos das über 2.000 Jahre alte Kamasutra. Im vollständigen Kamasutra von Vatsyayana Mallanaga geht es um das Leben und die Kultur im alten Indien, sexuelle Begierde und Erfüllung. Der Leser findet darin nicht nur Inspiration in Form zahlreicher Stellungen und Praktiken, sondern soll sogar dazu angeregt werden, seine eigene sexuelle Identität zu finden. Jeder, der seinen sinnlichen Horizont erweitern und vollkommen neue Positionen und Denkweisen kennenlernen will, sollte diesem Buch einen festen Platz auf (oder in) seinem Nachttisch reservieren.

10. Geschichte der O

Die französische Autorin Anne Desclos (besser bekannt als Dominique Aury) veröffentlichte dieses Buch 1954 unter ihrem Pseudonym „Pauline Réage“. Im Fokus steht dabei die Unterwerfung der Frau in all ihren Facetten. Ort der Handlung ist vor allem ein Schloss, in dem eine Modefotografin von ihrem Geliebten in die Kunst des sexuellen Gehorsams eingeführt wird. „Fifty Shades of Grey“ wirkt im direkten Vergleich mit „Geschichte der O“ wie ein braves Schulmädchen, geht es in dem inzwischen über 60 Jahre alten Klassiker doch um weit mehr als nur Peitschen und Bondage. Dank der bildhaften Schilderungen kann sich der Leser wunderbar einfühlen und wird mehr als nur einmal an die Grenzen seiner Vorstellungskraft getrieben. Nicht umsonst einer der bekanntesten sadomasochistischen Romane der Welt!

Lust auf ... Erotik und Spannung?

Dann sollten diese Erotik-Thriller auf Ihrem Nachttisch nicht fehlen!

Verwandte Artikel

Prickelnde Dates mit Niveau warten auf Sie