Digitales Liebesspiel: Sind Sex-Roboter die Zukunft?

Sie heißen „Roxxxy“, „Samantha“ oder „Fanny“ und lesen ihrem Partner nahezu jeden Wunsch von den Augen ab. Was im ersten Moment wie die Beschreibung devoter Frauen klingt, entpuppt sich auf den zweiten Blick als technologischer Geniestreich. Sex-Roboter sollen den Markt erobern und Erotik-Fans glücklich machen. Was sie wirklich können und ob der Science-Fiction-Traum tatsächlich Potenzial für erotischen Spaß in der Realität hat? Lesen Sie selbst.

Sexroboter: Ein Trend der Zukunft?

(c) gremlin - gettyimages.de

Was sind Sex-Roboter?

Hinter dem Begriff verbirgt sich eine Sexpuppe mit hochmodernem Innenleben. Motoren, Lautsprecher und neuartige Materialien erzeugen den Eindruck, dass da mehr als nur eine Maschine mit einem das Bett teilt. Das erst soll den Sex mit Robotern so spannend machen. Denn – wenn wir den Versprechen zahlreicher Entwickler glauben – können die digitalen Partner erotische Abenteuer mit echten Menschen bereits überraschend realistisch imitieren. Noch richten sich Sex-Roboter hauptsächlich an ein männliches Publikum. In Gestalt eines Malebots namens „Rocky“ gibt es jedoch bereits erste Versuche, auch das weibliche Geschlecht vom Technik-Liebesspiel zu überzeugen.

Was ist der aktuelle technische Stand in Sachen Sex-Roboter?

Im Bau von Sexrobotern sind Hersteller bereits äußerst geschickt. Die Puppen verfügen über eine korrekte Anatomie und punkten meist mit großem Busen sowie einem hübschen Gesicht. Das haptische Erlebnis kann sich ebenfalls sehen lassen, denn die synthetische Haut fühlt sich weich und zart an. Manche Ausführung verfügt sogar über ein schlagendes Herz, das von einem Motor naturgetreu betrieben wird. Leben haucht diesen Maschinen dann Künstliche Intelligenz, als Algorithmus auf einem Chip gespeichert, ein. Auf diese Weise reagieren die Roboter auf Ansprache, entwickeln eine „Persönlichkeit“ und kommunizieren mit ihrem Gegenüber.

Was können Sex-Roboter?

Wie bereits erwähnt, können die hochentwickelten Maschinen Kommunikation betreiben, sich den Bedürfnissen ihres Nutzers anpassen und mit einem lebensechten Gefühl punkten. Ausgeklügelte Algorithmen verleihen ihnen dabei ein Verhalten, das dem menschlichen Vorbild bereits sehr nahe kommt. Sogar Witze erzählen oder sich Namen merken kann das ein oder andere Modell. Und geht es um Sex, sind die „Hot-Spots“ der Roboter mit entsprechenden Motoren ausgestattet, die für intensive Stimulation sorgen. Bewegliche Augen und Lippen erzeugen ein umso realeres Gefühl. Je nach Modell sind sie sogar imstande Orgasmen zu haben - oder besser: zu imitieren?

Sex mit einem Roboter: Chance oder Gefahr für unser Liebesleben?

Mancher könnte nun zweifeln und denken, dass Sex mit Robotern eine Bedrohung für echte zwischenmenschliche Beziehungen darstellt. Hier muss allerdings eine klare Abgrenzung stattfinden. Dass die Maschinen echte „Wunscherfüller“ sind, steht außer Frage. Vom eigenen Partner in einer Beziehung erwarten das jedoch nur die wenigsten Menschen. Die notwendige Spannung und Aufregung, die zwischen Paaren aus Fleisch und Blut entsteht, wird ein Roboter nicht liefern können. Gerade auf lange Sicht gesehen sind sie also zu unkompliziert, um reale Liebe und physische Anziehung aufrechterhalten zu können.

Was sagen Sextherapeuten zum Roboter-Sex?

Auch wenn einige Therapeuten das Thema als besorgniserregendes Ergebnis einer immer unsozialeren Gesellschaft sehen, reagieren andere wiederum ganz entspannt. Sie betonen, dass Sex mit Robotern keinen Ersatz für echten Sex mit Menschen darstellt und lediglich eine weitere Spielart liefern wird. Wer in Zukunft Sex mit einem Fem- oder Malebot hat, schätzt also möglicherweise einfach nur die Abwechslung und kann sich gleichermaßen erfüllt fühlen, wenn es um Sex mit einem menschlichen Partner geht. Erst dann, wenn nichts als ein Roboter Erregung erzeugt oder sich jemand in die Maschine verliebt (auch Robophilia genannt), ist genaueres Hinsehen vonnöten.

Sind Sex-Roboter ein Trend der Zukunft? Ein Fetisch? Ein großes Sextoy?

Sex Roboter sind ein Teil dessen, was allgemein als digitale Zukunft bezeichnet wird. Es ist durchaus denkbar, dass sich Erotik-Trends in einigen Jahren auch um Maschinen drehen werden. Ob Roboter aber echtes Fetisch-Potenzial haben, ist fraglich. Immerhin geht es hier nicht um ein bestimmtes Material, Objekt oder Detail, sondern um die Erschaffung einer vollständigen Persönlichkeit. Viel wahrscheinlicher als das Szenario des Fetischs ist die Daseinsberechtigung von Sex-Robotern in der Welt der Sextoys. Dann können sie – ganz so wie einst der Vibrator – zu einer spannenden Ergänzung im Schlafzimmer werden.

Sex mit Robotern: Heute schon möglich

Wo kann man Sex-Roboter bereits hautnah erleben?

Die schlechte Nachricht zuerst: Wer einen Sex-Roboter sein Eigen nennen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Käufliche Modelle sind ab einem mittleren vierstelligen Betrag erhältlich. Sich ganz ohne vorherige Erfahrungen auf diese Technik einzulassen, kommt indes nur für wenige Menschen infrage. Echte Einblicke in die Welt der Sex-Roboter liefern jedoch auch Messen wie die "Love and Sex with Robots" in London oder das Elektronik-Festival „Ars Electronica“ im österreichischen Linz. Und wer nicht nur gucken, sondern auch einen echten Höhepunkt erleben will, findet in einigen Bordellen schon jetzt Roboter-Angebote. Ein Etablissement in Wien musste aufgrund der hohen Nachfrage sogar bereits ein zusätzliches Exemplar besorgen.

Sind Sex-Roboter in Zukunft eine Alternative zum Casual Dating?

Sex mit Robotern kann spontan und vollkommen unabhängig von anderen Menschen erlebt werden. Das ist für all diejenigen spannend, die ihrer Lust im Alltag ohne Umschweife nachgehen möchten. Ein wirklicher Ersatz für Casual Dating sind die Elektro-Schönheiten aber nicht. Der klare Vorteil des Casual Datings gegenüber Sexrobotern ist echte menschliche Kommunikation. Auch Männer und Frauen, die wechselnde Partner bevorzugen, schätzen ein reales Gegenüber, das eigene Ideen für Sexstellungen und Praktiken zum Sextreffen mitbringt. Fakt ist: wir lieben es zwar oft unverbindlich, ganz ohne menschlichen Kontakt fehlt den meisten aber dennoch etwas.

Was ist mit Sex-Robotern in Sachen Liebesspiel nicht möglich?

Bislang sind Roboter für einfache Interaktion und ebenso unkomplizierten Sex gemacht. Dem heutigen Spektrum an Praktiken und Möglichkeiten werden die Maschinen hingegen nicht gerecht. Erotische Massagen beispielsweise kann nur ein realer Partner bieten und auch der ASMR-Trend würde einem Roboter noch Schwierigkeiten bereiten. Zudem wird weder ein Fem- noch ein Malebot Eigeninitiative zeigen, wenn es um Spiele mit Dominanz, Bondage oder aber Stellungswechsel während dem Sex geht. Wie sich das in der fernen Zukunft einmal entwickeln wird, bleibt allerdings offen.

Für wen kann Robotersex spannend sein?

Im Grunde kann jeder experimentierfreudige Erotik-Fan Spaß am Sex mit einem Roboter haben. Schon alleine das Ausprobieren neuer Möglichkeiten, an die noch vor wenigen Jahren niemand zu denken gewagt hätte, sorgt für Nervenkitzel. Es auf einen Versuch ankommen zu lassen, ist daher sicher eine gute Idee. Wer dann jedoch für sich feststellt, dass er zusätzlich zu Silikon und Künstlicher Intelligenz einen wahrhaftigen Sexpartner braucht, wird mit Robotern alleine sicher nicht glücklich werden. Darauf zielt die Industrie aber auch gar nicht ab, schließlich gehören zwischenmenschliche Beziehungen auch künftig zum Leben dazu.

Lust auf ... ASMR?

Erotisches Geflüster für den Orgasmus im Kopf - was ist dran am Sex-Trend ASMR?

Verwandte Artikel

Prickelnde Dates mit Niveau warten auf Sie