Pheromone – Liebe geht durch die Nase

Verhaltensforscher sind einem der letzten Geheimnisse auf der Spur: den Pheromonen, also biochemischen Botenstoffen, die wir über den Körpergeruch unbewusst wahrnehmen. Doch wie genau wirken sie und warum machen sie uns so unwiderstehlich? Und helfen sie tatsächlich dabei, unser Liebesglück zu finden?

Heimliche Verführer

Das Phänomen unterschwelliger Wahrnehmung kennen wir aus der Werbung. Obwohl die Botschaften nur ganz kurz eingeblendet werden und wir sie nicht bewusst wahrnehmen, wirken sie – und zwar ohne dass wir uns dagegen wehren können. Ähnlich machtvoll agieren die Pheromone zwischen Mann und Frau – dabei können wir sie weder sehen noch riechen. Doch auf körperlicher Ebene reagieren wir mit einem wahren Hormonfeuerwerk. Der Grund: Die Pheromone werden durch den Geruchssinn über die Schleimhäute direkt ins limbische System geleitet, das im Gehirn für die Steuerungen unserer Instinkte zuständig ist wie zum Beispiel Hunger, Müdigkeit – und eben auch Sex.

Lockstoffe der Lust

Der Begriff „Pheromon“ kommt übrigens aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie „Träger von Erregung“. Das sind in dem Fall Schweiß-, Talg- und Duftdrüsen, die uns einen individuellen Körpergeruch verleihen, der uns im Umkreis von bis zu zwei Metern umgibt. Über 50 Pheromone wurden bislang beim Menschen nachgewiesen. Zu den wichtigsten zählen der männliche Botenstoff „Androstenon“, der im Achselschweiß steckt, sowie der weibliche „Kopuline“, der im Scheidensekret entsteht. Studien zum Thema kamen auf hochspannende Ergebnisse. So fand man zum Beispiel heraus, dass…

  •  … Frauen sich im Wartezimmer von Ärzten lieber auf mit Androstenon besprühte Stühle setzen.
  •  … Androstenon auf Frauen, die gerade ihren Eisprung haben, besonders anziehend wirkt.
  •  … Achselschweiß von Männern den Menstruationszyklus von Frauen verkürzt.
  •  … bestimmte weibliche Pheromone eine Testosteronerhöhung im Speichel von Männern hervorrufen.
  •  … die Anwendung eines mit Pheromonen angereicherten Parfüms bei Frauen zu einem statistisch signifikanten Anstieg sexueller Aktivitäten führt.
  •  … die Frau vor dem Eisprung vermehrt das Pheromon Kopuline produziert und dadurch attraktiver auf das andere Geschlecht wirkt.
  •  … Frauen den Schweiß von Männern bevorzugten, die sich im genetischen Profil stark vom eigenen abheben. Und damit wären wir schon beim nächsten Punkt:

Gegensätze ziehen sich an

Evolutionsbiologisch betrachtet ist es für den Nachwuchs tatsächlich ideal, wenn das Erbgut der Eltern so verschieden wie möglich ist. Denn durch Verschmelzung ihrer Gene entsteht ein buntes Potpourri an Immunzellen, das die nächste Generation besonders gesund und stark macht.

Wenn Pheromone Party machen

Seit die Wirkung der Pheromone auf den Menschen nachgewiesen wurde, versuchen pfiffige Geschäftsleute, den Duft der Verlockung zu kreieren. Auf dem freien Markt sind mittlerweile unzählige Pheromon-Präparate erhältlich – von Parfüm über Bodyspray bis hin zum Raumduft. Sogar professionelle Kuppler haben die Botenstoffe für sich entdeckt. Auf sogenannten Pheromon-Partys lassen die Veranstalter Singles an verschwitzten Shirts schnüffeln. Stoßen die in Plastiktüten konservierten Kleidungsstücke beim Schnuppertest auf Gegenliebe, lernen sich Mann und Frau kennen. Motto: Immer der Nase nach!

 

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